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Andacht zum Advent von Pfarrer Heinrich Kuttler

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. Sach.9,9

Andacht zum Advent von Pfarrer Heinrich Kuttler


















Ein „König“ ist der, der im Namen Gottes kommt, so verkündet es der Prophet Sacharja. Ein „König“ ist der, der zu seiner Gefolgschaft im Namen Gottes ruft.
Nur – eine Krone hat dieser König nie getragen. Trotzdem habe ich eine Krone mitgebracht. Sie ist wohl aus Goldpapier, aber eine, die so ähnlich aussieht, gibt es auch in echt. Es ist die alte deutsche Königskrone aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Und diese Königskrone hier darf allen deutlich machen: Der, der vom Propheten angekündigt ist, ist ein mächtiger König. Der „König“, der im Namen Gottes kommt, ist kein geringer König. Der, der da kommt, ist kein Möchte-Gerne-König. Der, der da im Namen Gottes kommt, hat wirklich die Bezeichnung „König“ verdient. Er ist wirklich ein mächtiger König, der für sein Volk Großes geleistet hat. Er ist nämlich wirklich ein „gerechter“ König. Er ist nämlich wirklich ein König, der „hilft“.
Jesus ist dieser König. Und Jesus ist „gerecht“, weil er dem Menschen „gerecht“ wird. Jesus wird dem Menschen dadurch „gerecht“, dass er ihm hilft und zwar dort, wo sich kein Mensch selbst helfen kann und wo ihm auch sonst niemand helfen kann, der Mensch aber dabei doch Hilfe so dringend nötig hat.
Wer hilft dem Menschen mit Gott, mit sich selbst, mit anderen ins Reine zu kommen und wenigstens vor sich selbst zuzugeben, dass auch er an Gott und anderen schuldig geworden ist? Wer hilft dem Menschen, ohne Angst vor dem, was auf ihn zukommen könnte, in die Zukunft zu sehen oder zu gehen? Wer hilft dem Menschen, einmal mehr den anderen im Blick zu haben und ihm zu einem glücklichen Augenblick, zu einer glücklichen und ihn mit Freude erfüllenden Stunde zu verhelfen?
Es gibt nur einen, der das kann: Jesus. Nur er wird dem Menschen gerecht. Nur er kann helfen.
So darf uns diese Krone daran erinnern:
Wir haben einen König, der uns „gerecht“ wird, weil er uns „helfen“ will.
Wie „hilft“ uns nun dieser König?
Er „hilft“ uns in der Weise, dass er mit seinem Leben vor Gott für uns einsteht. Der König tritt vor Gott für sein Volk ein. Das ist eines der großen Geheimnisse Gottes, dass nicht das Volk für seinen König einstehen muss, sondern dass der König für sein Volk einsteht und zwar mit seinem Leben und Gott das gelten lässt.
Weil dieser König für sein Volk vor Gott einsteht, zählt Schuld vor Gott nicht mehr. Schuld vor anderen kann eingestanden werden, weil unser Verhältnis zu Gott in Ordnung ist. Wir sind Gott recht, auch wenn vieles in unserem Leben vor Gott nicht recht ist. Der König ist mit seinem Leben dafür eingetreten. Der König ist dafür eingetreten, dass Gott sich nie von uns abwendet. Deshalb können wir es uns auch leisten, uns den Menschen immer wieder zuzuwenden und uns und unsere Wünsche und Bedürfnisse dabei zurück zu stellen. Noch eine Besonderheit hat dieser König. Keiner verliert bei diesem König sein Bürgerrecht. Wer zu diesem König gehört, gehört für immer zu diesem König. Wer zu diesem König gehört, braucht keine Angst davor haben, dass er diesem König einmal verloren ginge.
Weshalb ist das so?
Die Königskrone hier hat keine Zacken, sondern vier Blätter, die eine Kreuzform bilden. Wir haben einen gekreuzigten König. Aber dieser König hat dennoch nicht verloren. Er ist zwar mit seinem Leben für uns vor Gott eingetreten, aber Gott ließ es nicht bei seinem Tod bewenden. Gott erweckte ihn zu neuem Leben. Er ist der vom Tode auferstandene König. Damit ist Jesus wirklich König für alle Menschen auf der ganzen Welt.
Die Krone mit den kreuzförmigen Blättern weist darauf hin: Wir haben einen König, der vor Gott für uns einsteht, den Gott aber durch den Tod hindurch zum König der ganzen Welt macht.
Nicht umsonst redet der Prophet davon, dass „Dein“ König kommt. Für dich, aber eben auch für „mich“ steht dieser König mit seinem Leben vor Gott ein. „Du“ darfst zu diesem König gehören, aber eben auch „ich“. „Dir“ wird dieser König „gerecht“, aber auch „mir“ will er „gerecht“ werden. „Mir“ hilft er, weil mir sonst keiner helfen kann, dass zwischen mir und Gott alles recht ist. „Mir“ hilft er, dass ich zuversichtlich auch in die letzte Zukunft sehen kann. „Mir“ hilft er, dass ich frei bin, auch für „dich“ einen Blick zu haben.
„Dein“ und „mein“ König wird uns gerecht, weil er eine „Kreuzkrone“ trägt. Er ist der König mit der Kreuzkrone.
Auch wenn Jesus nie eine Krone getragen hat, die Krone hier darf uns daran erinnern: Jeder persönlich, darf zu diesem König gehören. Dieser König ist ihm dadurch „gerecht“ geworden, dass er ihm „hilft“, zu ihm für immer zu gehören.
Gefolgsleute dieses Königs mit seiner Kreuzeskrone sind wir.
Advent will uns neu daran erinnern: Zu „dir“ und zu „mir“ kommt dieser Jesus. Störe dich nicht an seiner Krippe und an seinem Kreuz. Wenn er wiederkommt, wirst du sehen: Er trägt eine Kreuzkrone.

geschrieben von har am 12.12.2008 um 11:02 Uhr.


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