Aktuelles
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Lara Ardt aus Breuningsweiler stellt ihre Bilder im Alexander-Stift Oppelsbohm aus
Lara Ardt erläutert interessierten Besuchern ihre Werke
Foto: Birgit Hardtke
Berglen.
Farben, wie der Frühling sie bringt. Wer nicht mehr warten will, kann im Alexander-Stift in Oppelsbohm Farbe tanken. Die Kunstschaffende Lara Ardt aus Breuningsweiler stellt bunte, fröhliche
Bilder aus. Der Name der Ausstellung: „Art goes Berglen“.
Die Bilder tragen eine deutliche Handschrift, eines um das andere scheinen wie aus einem Guss zu sein: farbige Flächen, nebeneinander angeordnet wie Patchwork. Aus einem Guss sind auch die hellen Flötentöne, die den Raum durchschneiden und dabei gleichwohl die Ohren angenehm balsamieren. Eine kleine Zuschauertraube freut sich am Flötenspiel der Musikschüler von der Jugendmusikschule Winnenden und wird von Elfriede Grüll, Pflegedienst- und Heimleiterin des Alexander-Stifts, willkommen geheißen. Darunter auch einige
der 40 Bewohner, die auf drei Etagen leben. Die Kunst von Lara Ardt ist im zweiten Stockwerk und damit im Bereich des betreuten Wohnens ausgestellt. Ein hoher Raum, in dem die Bilder gut zur Geltung kommen: Tageslicht fällt schräg von oben durch Deckenfenster und von der Seite auf
die bunten Bilder, die an den weißen Wänden ob ihrer Buntheit plastisch hervortreten.
„Ich male, wenn ich Impressionen habe, die rausmüssen“
Die Künstlerin Lara Ardt sensibilisierte in eigenen Worten die Besucher für das, was sie hier mit ihren Werken präsentiert. „Ich male, wenn ich Impressionen habe, die rausmüssen“, meint sie. Jedes der 24 auserwählten Kompositionen sei ein „sehr persönliches“ Bild. Sie handeln von Krankheit und vom Sterben.
Manchmal gehe bei ihr gar nichts, erzählt sie
Lara Ardt verarbeitet ihre eigene Krankheit: das Sjoegren-Syndrom, eine rheumatische Erkrankung. Manchmal gehe bei ihr nichts, erzählt sie. In schaffigen Momenten scheinen hingegen die Pinsel zu glühen und geradezu überzusprühen vor Farbigkeit, die mit aller Deutlichkeit auf den papiernen Untergrund will. Der Betrachter sieht abstrakte Knoten, Bänder, angedeutete Blüten und florale Ornamente, ansonsten Farbfelder und bunte, zumeist geometrisch wirkende Flächen.
Auf den Bildern herrscht Ordnung: keine Klarheit, dafür sind sie zu abstrakt, wohl aber ein deutliches Gespür für Proportionen und Dimensionen. Indem er sich der Schwere öffnet, empfange der Betrachter die Tiefe und Schwere der Bilder, von denen manche „vielleicht etwas oberflächlich wirken“.
Jedes ihrer Bilder möchte interaktiv werden
Jedes ihrer Bilder möchte interaktiv werden, so Lara Ardt, „es möchte mit Ihnen in Verbindung treten“. Sie erklärt ihre Art der Pigmentmalerei, für die sie Pastellstifte verwendet und diese auf 200 bis 400 Gramm schweres Papier schabt. Durch den Abrieb auf der Struktur des Papiers, zumeist Leinenstruktur, dunkelt die Farbe nach, was
für eine Entfremdung sorge. Im zweiten Arbeitsschritt kommt Wasser ins Spiel: Mittels feiner Pinsel beträufelt sie die Farbschabereien mit Wasser und verreibt und verteilt die dadurch gelöste Farbe flächig auf dem Papier. Sie abstrahiert Gedanken und Erlebnisse in Farbe und Form, die für sie gleichwertig seien.
Die Ergebnisse tragen Namen wie „Schlaf“, „Temperatur“, „Meeresstern“,
„Herzfrequenz“, „Lila Tränen“ oder „Störung“. Ein Bild trägt passenderweise den Titel „Primavera“. Den Kommentar „fröhlich“ entlockt es einer Besucherin, eine andere findet das Werk, das den Frühling in sich trägt, „etwas bedeckt“. Jeder solle selbst herausfinden, ob er etwas erkennt
und „was da aus dem Bild kommt“, sagt Lara Ardt.
Text: Heidrun Gehrke
Abdruck des Berichts von Heidrun Gehrke mit freundlicher Genehmigung der Winnender Zeitung.
INFO:
Die Ausstellung von Lara Ardt ist ein Eckpunkt zum 5-jährigen Bestehen des Berglener Gemeindepflegehauses. Sie ist noch bis Ende Juni in der Zeit von 10:00 bis 16:00 Uhr im Betreuten Wohnen im Gemeindepflegehaus des Alexander-Stifts, Linckestraße 29, in Berglen-Oppelsbohm, zu sehen.
geschrieben von har am 02.04.2009 um 14:58 Uhr.
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