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SOZIALES/ Hausgemeinschaften – das Modell der Zukunft
Sozialgerontologe Rolf Gennrich referierte im Alexander-Stift
„Hausgemeinschaften verbessern die Lebensqualität in Heimen deutlich“, ist Rolf Gennrich überzeugt. Vor gut 40 interessierten Zuhörern referierte der Solinger Sozialgerontologe im Alexander-Stift. Auch das neue Schlierbacher Gemeindepflegehaus wird nach dem Hausgemeinschaftskonzept geführt.
„Hausgemeinschaften organisieren den Haushalt und bringen die Pflege mit hinein“, so die Leitmaxime. „Daher sind die Alltagsbegleiter genauso wichtig wie die Pflegefachkräfte. Qualifiziertes Personal – kompetent in Pflege und vor allem auch kompetent in Lebensfragen“, betont Rolf Gennrich. Eckpfeiler dieses Konzepts bilden die Architektur, die Grundhaltung/Leitbildung der Pflege sowie die Organisation der Pflege. In Hausgemeinschaften, so Gennrich weiter, stehe nicht nur die Pflegequalität sondern vor allem die Lebensqualität im Vordergrund. Autonomie, Privatheit, Würde, Soziale Interaktion, Sinnvolle Beschäftigung, Genießen, Sicherheit, Komfort, Spirituelles Wohlergehen sowie Funktionale Kompetenz werden hier sinnvoll miteinander vereint.
Rolf Gennrich weiß wovon er spricht. 13 Jahre hat er beim Kuratorium Deutscher Altershilfe (KDA) gearbeitet bevor er sich mit seinem eigenen Institut für Altenwohnbau und Qualitätsmanagement vor drei Jahren selbstständig gemacht hat. Derzeit arbeitet er für das Bundesministerium für Familie an einem Forschungsprojekt zur Verbesserung der Verbraucherinformation im Bereich der Angebote der Altenhilfe auf kommunaler Ebene. Und schließlich ist er der Ideengeber des Hausgemeinschaftskonzepts.
Vor gut zehn Jahren hat er es gemeinsam mit einem Architekten beim Kuratorium Deutscher Altershilfe entwickelt. Seitdem kämpft er dafür. Weg von den großen Krankenhaus ähnlichen Pflegeheimen hin zu Pflegewohnhäusern. „Kleinere Häuser sind knuffiger, gemütlicher, schaffen Atmosphäre und sind sehr wohl auch aus ökonomischer Sicht gut zu führen.“ Vor vier Jahren hat sich das Leitungsteam des Alexander-Stifts in einem Tagesseminar mit Rolf Gennrich intensiv mit dem Thema Hausgemeinschaften auseinandergesetzt. „Er ist mit diesem Konzept schon ganz früh nahe dem gewesen, was alte Menschen wünschen und brauchen“, fasst Günther Vossler, Vorstand des Alexander-Stifts, zusammen. „Der Inhalt der Pflege, die Gerontologie, verändert sich. Die Ambulantisierung der Pflege im Heim wird und muss zunehmen. Was sie hier machen ist die Veränderung der Pflegeheime. Lassen sie sich nicht den Mut nehmen, aktiv mitzuarbeiten, dass sich die Pflege ändert“, machte Gennrich Vossler Mut.
geschrieben von Birgit Hardtke am 31.05.2007 um 10:28 Uhr.
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