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Alte Handwerkskunst weckt Erinnerungen

Zahlreiche Gäste kamen zu Sommerfest ins Neckarwestheimer Alexander-Stift

Alte Handwerkskunst weckt Erinnerungen


















Von Uwe Mundt

Elfriede Kayser kann sich noch erinnern: „Das hab’ ich schon als Kind üben müssen“, kommentiert sie den Bericht von Elfi Lämmle darüber, wie Seife gemacht wird. Die Seifensiederin aus Oberstenfeld ist eine der Attraktionen beim ersten Sommerfest im Alten- und Pflegeheim Alexanderstift in Neckarwestheim. Selten gewordene Künste erinnerten an die Zeit, als die heutigen Bewohner noch Kinder waren.

Gerhard Nollenberger aus Kirchheim, vielseitig begabter Wengerter, Kommunalpolitiker, Sänger und Spaßmacher, lehrt heute, was er als Bub von seinem Patenonkel gelernt hat: wie man Körbe flicht. Im November, „in der Saftruhe“, müssen die Weidenzweige geschnitten werden, erklärt er. Dann werden sie ins Wasser gelegt, um weich zu werden. Für einen Henkelkorb zum Einkaufen braucht Nollenberger etwa zwei, für einen großen aus kräftigeren Weiden auch mal dreieinhalb Stunden.

Seifensieden Ein ganz selten gewordenes Handwerk ist heutzutage das Seifensieden, das Elfi Lämmle daheim in Oberstenfeld ausübt. Duftseifen produziert sie aus Olivenöl, Natronlauge und Duftessenzen. Der Verseifungsprozess, erklärt sie, spielt sich bei etwa 40 Grad ab. Da die Reaktion von Öl mit Lauge exotherm ist, entsteht die nötige Wärme aus dem Prozess selbst. Leben könnte Lämmle von ihrem Hobby nicht, berichtet sie, aber sie muss auch nicht drauflegen. „Ganz arg angetan“ von der freundlichen Atmosphäre im Alexanderstift zeigt sich die Seifensiederin. Das bestätigt auch Elfriede Kayser, die seit der Eröffnung im Heim wohnt. Alle seien immer sehr freundlich.

Das gilt auch nach außen: „Positiv integriert“ worden sei das Stift in Neckarwestheim, findet Heimleiterin Regina Schlumberger. Gute Kontakte haben die Heimbewohner inzwischen insbesondere zur evangelischen Kirche und zum örtlichen Seniorenclub geknüpft, sie wissen zu schätzen, dass der CAP-Markt am Ort ist, auch die Ortsbücherei wird gern genutzt. Dafür kommen auch Neckarwestheimer zum Kraft- und Balancetraining, das im Heim angeboten wird, oder zu Gottesdiensten, die eine Aidlinger Diakonisse hält.

Um die Verbindungen zwischen Gemeinde und Alexanderstift weiter zu stärken, hatte das Heim zum Sommerfest geladen im Gesellschaftsraum und draußen unter Sonnenschirmen und Pavillons. Zahlreiche Ortsbewohner nutzten die Gelegenheit, mal wieder im Heim vorbeizuschauen, zumal einige auch eigene Angehörige hier gut untergebracht wissen.

Kunstblumen Ebenfalls im weitläufigen Garten des Neckarwestheimer Heims zeigte Angelika Steiner aus Kleinbottwar Kunstblumen aus Stoff und Seide, zu bunten Gestecken arrangiert, Eva Joos aus Freiberg am Neckar präsentierte Perlenketten und edle Steine und Gudrun Stiefel aus Kleinbottwar selbst gefertigte lustige Tonfiguren für den Garten.

geschrieben von Birgit Hardtke am 24.07.2007 um 10:47 Uhr.


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